Sekhmets Antiquitätengeschäft liegt in einer ruhigeren Straße von Wichita und wirkt schon von außen anders als die üblichen Läden der Umgebung. Hinter großen, dunklen Schaufenstern stehen alte Statuen, kunstvoll gearbeitete Schmuckstücke, verzierte Kästchen und einzelne Möbelstücke, die teilweise mehrere Jahrhunderte alt sind. Über der Eingangstür hängt lediglich ein schlichtes, hochwertig gearbeitetes Schild mit dem Namen des Geschäfts. Sekhmet hält nichts von übertriebener Werbung. Wer ihren Laden betritt, tut dies meist, weil er gezielt nach etwas Besonderem sucht oder durch Empfehlungen auf sie aufmerksam geworden ist.
Im Inneren herrscht eine ruhige, beinahe museale Atmosphäre. Dunkles Holz, warme Beleuchtung und einzelne goldene Akzente prägen die Einrichtung. Die Stücke stehen nicht wahllos herum, sondern sind sorgfältig nach Herkunft und Epoche geordnet. Neben ägyptischen Antiquitäten finden sich Gegenstände aus Europa, dem Nahen Osten, Asien und anderen Teilen der Welt. Alte Gemälde, Schmuck, Münzen, Bücher, Skulpturen und kleinere Alltagsgegenstände wechseln sich mit seltenen Sammlerstücken ab. Besonders wertvolle Objekte befinden sich in verschlossenen Vitrinen oder in einem gesicherten hinteren Bereich, zu dem Kunden nur auf Einladung Zugang erhalten.
Sekhmet selbst übernimmt den Großteil der Begutachtungen. Sie kann Alter, Herkunft und Echtheit vieler Stücke mit einer Sicherheit bestimmen, die selbst erfahrene Sammler gelegentlich irritiert. Natürlich erklärt sie dies mit jahrzehntelanger Erfahrung und einem guten Auge. Dass sie manche Gegenstände bereits kannte, bevor sie überhaupt zu Antiquitäten wurden, muss niemand erfahren. Bei Objekten mit übernatürlichem Ursprung ist sie besonders vorsichtig. Solche Stücke gelangen selten in den freien Verkauf. Sekhmet untersucht sie zunächst selbst und bewahrt gefährliche Exemplare notfalls dauerhaft unter Verschluss auf.
Das Geschäft ist für sie deshalb weit mehr als nur eine Einnahmequelle. Es ist ein Ort voller Erinnerungen. Manche Stücke erinnern sie an Städte, die längst verschwunden sind, andere an Menschen oder Zeiten, die nur noch in Geschichtsbüchern existieren. Trotzdem behandelt sie jedes Objekt professionell und erwartet das Gleiche von ihren Kunden. Ungefragtes Anfassen, respektloser Umgang mit den Antiquitäten oder der Versuch, sie beim Preis über den Tisch zu ziehen, kommen bei Sekhmet ausgesprochen schlecht an. Wer dagegen echtes Interesse zeigt, kann erleben, wie aus der sonst eher reservierten Händlerin plötzlich eine erstaunlich leidenschaftliche Geschichtenerzählerin wird.
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